Zertifikatskurs Nr. 101/2020

 

Systemisch-lösungsorientierte Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe aus der Perspektive psychiatri-scher Störungsbilder im Familiensystem

 

Zielgruppe:
Fachkräfte aus der Eltern- und Familienbildung und -beratung, aus Einrichtungen der ambulanten, teilstationären und stationären Jugendhilfe, andere Interessierte


Ziele:

Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe sehen sich in der Unterstützung von Familiensystemen mit psychiatri-schen Störungsbildern einer Vielzahl von Themen gegenüber, die Fragen aufwerfen. Wie können wir das gezeig-te Verhalten der Eltern verstehen und deuten? Welche Auswirkungen hat das auf die Kinder? Welche hilfreiche Unterstützung können wir Kindern und Eltern anbieten? An welcher Stelle müssen wir mit einer Kindeswohlge-fährdung rechnen und wie darauf reagieren? Wie wirken diese Prozesse sich auf unser Team aus und wie kön-nen wir in Krisenzeiten gut für uns sorgen?
Durch die hohe Zahl an Eltern oder Elternteilen, die eine psychische Erkrankung mitbringen – schätzungsweise mehr als 2 Millionen – ist dieses Phänomen nicht als Ausnahme einzuordnen. Der Kurs orientiert sich deshalb an einer systemisch-lösungsfokussierten Grundhaltung, die den Blick durch das Einnehmen von unterschiedlichen Perspektiven auf vermeintlich kranke Systeme hin zu den Ressourcen und der Sinngebung im System lenken möchte. Daraus resultierend entwickeln die Fachkräfte einen Kompetenzzuwachs, der eine deutliche Entlastung im Problemerleben bewirkt. Das Erlernen systemischer Auftragsklärung und Prozessgestaltung trägt zur Orientie-rung und dem Erleben von Selbstwirksamkeit im „ver-rückten“ Setting bei. Neben der vertiefenden Beschäftigung mit den klassischen Störungsbildern und den Folgen für die Kinder und Jugendlichen in ihren jeweiligen Entwick-lungsstufen, entsteht durch den Erwerb von zahlreichen ressourcenorientierten Methoden für den Umgang mit Eltern und Kindern ein Zuwachs an Handlungssicherheit.


Arbeitsformen:

Präsentationen und Impulsreferate, Kleingruppenarbeit, Imaginationsübungen, Arbeit mit Skulpturen und kreati-ven Medien, Supervision.

Neben theoretischen Grundkenntnissen baut die Weiterbildung über zahlreiche Übungen die Sicherheit für einen gelingenden Praxistransfer auf. In den Modulen besteht die Möglichkeit unter Supervision an konkreten Praxis-beispielen zu arbeiten und damit den Lernerfolg zu sichern. Sie schließt mit einem Zertifikat ab.

 

Zeitumfang und Leistungsnachweise:
206 Unterrichtsstunden zzgl. 8 Unterrichtsstunden Abschlusscolloquium innerhalb der sechs Module zu drei Ta-gen. Die zu Beginn sich bildenden Regionalgruppen treffen sich selbstorganisiert zu 30 UStd. Weitere Zeit ist für das Selbststudium und eine Projektarbeit sowie die Mitschrift an der Seminarzeitung einzuplanen.


Referentin: Petra Baumgärtne
r, Diplom-Sozialpädagogin (FH), Personalentwicklerin (M.A.), systemische Berate-rin, Therapeutin und Supervisorin. Langjährige Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe mit psychisch erkrankten Eltern und im psychiatrischen Kontext.


Die sechs Module zu je drei Tagen sind wie folgt aufgebaut:

1. Modul: (19.02.-21.02.2020)
Einführung in die systemische Psychiatrie und systemisches Arbeiten konkret. Auseinandersetzung mit den Be-griffen Gesundheit und Krankheit aus systemischer Perspektive und den daraus resultierenden Folgen für die Betroffenen und Beteiligten. Vorstellen der Systemischen Theorie und deren Möglichkeiten im Handlungsfeld psychiatrischer Störungsbilder. Kennenlernen des Salutogenesekonzepts nach Aaron Antonovsky.


2. Modul: (27.05.-29.05.2020)
Systemische Haltung: Resilienz und Ressourcen im Spannungsfeld der Kindeswohlgefährdung. Von der Defizit-orientierung zur Sinngebung – Erarbeitung einer hilfreichen Haltung im Umgang mit Problemen. Einführung in das Konzept der Resilienz. Einüben von Reframings und Hypothesen, die der Störung einen inneren Sinn geben. Übungen zur Ressourcenfokussierung und Kindeswohlgefährdungseinschätzung anhand von Fallgeschichten in Abgrenzung zu Eltern ohne psychiatrische Störungsbilder.


3. Modul: (01.07.-03.07.2020)

Störungsbilder – systemisch gesehen und deren Folgen für die Kinder und Jugendlichen. Vorstellung der gän-gigsten Störungsbilder nach ICD und deren Konstruktionen aus systemischer Perspektive. Möglichkeiten und Grenzen im Fürsorgeverhalten und in der Bindungsbeziehung auf Kinder in verschiedenen Entwicklungsstadien ausloten. Erarbeitung systemischer Auftragsklärung und Erkundung hilfreicher Interventionsmöglichkeiten.


4. Modul: (17.11.-19.11.2020)

Praxistools für die Unterstützung der Kinder- und Jugendlichen aus Einzel-, Gruppen- und Netzwerkperspektive. Wie gelingt es uns, die Kinder zu stärken? Vorstellung bewährter Konzepte und Erarbeitung eines kreativen Me-thodenpools für die Praxis. Arbeit in Kleingruppen zur Sicherung des Praxistransfers.
Supervision für eigene Fälle aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.


5. Modul: (20.01.-22.01.2021)

Praxistools für den gelingenden Umgang mit Familiensystemen aus Einzel-, Gruppen- und Netzwerkperspektive. Wie gelingt es uns, die Familiensysteme zu stärken? Vorstellung bewährter Konzepte und Erarbeitung eines kreativen Methodenpools für die Praxis. Arbeit in Kleingruppen zur Sicherung des Praxistransfers.
Supervision für eigene Fälle aus der Arbeit mit Eltern.


6. Modul: (23.03.-25.03.2021)

Auswirkungen auf die Fachkräfte und hilfreiche Selbstfürsorge. Erkennen von Einrichtungs-, Team- und eigenen Grenzen. Nutzen struktureller Möglichkeiten zur Erhaltung der eigenen Gesundheit.

Gelingendes netzwerken - Haltung und Strukturen zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung nutzen.
Abschied- und Abschiedsmuster in Systemen. Erkennen eigener Abschiedsmuster und der Auswirkungen auf den pädagogischen Alltag. Methodische Anregungen zur Abschiedsgestaltung. Gruppencolloquium am letzten Tag.


Abschluss der Weiterbildung:
Nach regelmäßiger Teilnahme an allen Kursbausteinen, erfolgreicher Kolloquiumsarbeit und erfolgreicher Teil-nahme am Abschlusskolloquium erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat des Paritätischen Bildungswerks Bun-desverband e.V.


Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 16 begrenzt.


Verantwortlich: Sabine Kriechhammer-Yağmur


Termine:

Modul 1: 19.02.-21.02.2020 Modul 2: 27.05.-29.05.2020 Modul 3: 01.07.-03.07.2020 Modul 4: 17.11.-19.11.2020 Modul 5: 20.01.-22.01.2021 Modul 6: 23.03.-25.03.2021

 

Zeiten: jeweils 11:00-18:00; 9:00-17:30; 9:00-15.30 Uhr.
An allen Veranstaltungstagen gibt es zwei je 15-minütige Kaffeepausen sowie eine Mittagspause von 1 Stunde.


Veranstaltungsort: hoffmanns höfe, Heinrich-Hoffmann-Str.3, 60528 Frankfurt am Main


Teilnahmebeitrag:
EUR 1.590,-, Tagesverpflegung EUR 530,- (Tagungsgetränke, Mittagessen, Snack) Die Veranstaltung kann nur mit Tagesverpflegung gebucht werden. Der Teilnahmebeitrag kann auf Wunsch in Raten oder in einmaliger Zahlung entrichtet werden. Bei einmaliger Zahlung gewähren wir 2% Skonto.


Übernachtung:
Es besteht die Möglichkeit, im Seminarhaus zu übernachten. Bei Interesse buchen Sie bitte Ihre Übernachtung mit Frühstück direkt bei der Tagungsstätte „hoffmanns höfe“ (siehe: Allgemeine Geschäftsbedienung). Auch Abendessen kann individuell gebucht werden. E-Mail: info@hoffmanns-hoefe.de


Auf unserer Homepage www.pb-paritaet.de können Sie sich über Bildungsförderungen (Bildungsscheck, Bil-dungsprämie, Bildungsgutschein u.a.) informieren.


Kündigungsregelungen, Absagen:
Die Anmeldung ist verbindlich für alle 6 Module.
Eine Absage bedarf der Schriftform. Bei einem Rücktritt von 6 Wochen vor Beginn der Weiterbildung erheben wir eine Ausfallgebühr von 80% des Teilnahmebeitrags. Bei einem Rücktritt von 3 Wochen vor Beginn, bzw. nicht stornierter Buchung, wird der volle Teilnahmebeitrag fällig. Bei einem Ausstieg aus der laufenden Kursreihe, oder Absagen von einzelnen Kursbausteinen fällt der noch ausstehende gesamte Teilnahmebeitrag an. Wird die zur Durchführung eines Kurses benötigte Anzahl der Anmeldungen nicht erreicht, behalten wir uns vor, den Kurs abzusagen. In diesem Falle werden Sie von uns schriftlich benachrichtigt und der bereits bezahlte Teilnahmebeitrag wird in voller Höhe zurück erstattet. Weitergehende Ansprüche bestehen nicht.
Wir müssen uns vorbehalten Veranstaltungen zeitlich zu verlegen bzw. abzusagen. In Ausnahmefällen kann auch ein Wechsel des Veranstaltungsortes und des/der Dozenten/Dozentin möglich sein.



Anmeldeschluss: 15.12.2019


Kontakt:
Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V.
Heinrich-Hoffmann-Straße 3
60528 Frankfurt am Main
phone 069/6706-219, Fax: 069/6706-203
mail fobi@pb-paritaet.de

 

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