Opstapje -Schritt für Schritt

Angelika Ingendorf, Dipl.Päd./Dipl.Psych., Berlin, Kinder- und Jugendhilfe - Verbund GmbH

PowerPoint-Präsentation

Opstapje -Schritt für Schritt-
ist ein in den Niederlanden entwickeltes präventives Förderprogramm für Kinder ab 18 Monaten und deren Eltern. Opstapje wird in Lichtenberg durch das Bezirksamt/Jugendamt finanziert und gehört dort zu den PAZI-Projekten ( Präventive Angebote zur Integration junger Menschen und ihrer Familien im Vorfeld von Hilfen zur Erziehung). Das Programm wird vom Kinder- und Jugendhilfe-Verbund gGmbH, der stationäre und ambulante Angebote für Kinder und Eltern anbietet, durchgeführt. Der erste Programmdurchlauf für 47 Familien begann im November 2006 und wir können nun Dank der Weiterfinanzierung durch das Jugendamt Lichtenberg im Jahr 2008 weitere 45 Familien in das Programm aufnehmen.

Opstapje dauert anderthalb Jahre und findet im Wesentlichen zu Hause statt. Die wöchentlichen Hausbesuche von einer halben bis einer Stunde Dauer werden von geschulten Laienhelferinnen durchgeführt. Dabei werden kostenlos altersgerechte und anregende Spielmaterialien zur Verfügung gestellt, welche behalten werden können. Das Kind wird seinen Wortschatz erweitern, seine Sinne entwickeln, seine Körperbewegungen trainieren und sein logisches Denken schärfen lernen.

Auf diese Weise sollen sich die Spiel- und Lernerfahrungen der Kinder erweitern und differenzieren und sie sollen so in ihrer kognitiven, motorischen und sozio-emotionalen Entwicklung gefördert werden, damit der Übergang in die Kita und später in die Schule gut gelingt. Die Mutter lernt mit ihrem Kind fördernd, bestätigend und ermutigend zu spielen und zu sprechen. Die Interaktion zwischen Mutter und Kind wird verbessert und die Bindung gestärkt. Zusätzlich finden alle 14 Tage Gruppentreffen statt, bei denen soziale Kontakte geknüpft und relevante Informationen zur Entwicklung der Kinder und zur Erziehung an die Eltern weitergegeben werden. Die fachliche Anleitung und Begleitung der Hausbesucherinnen wird durch eine pädagogisch qualifizierte Projektkoordinatorin gewährleistet.

Diverse Studien haben uns in den letzten Jahren gezeigt, dass besonders Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status und geringem Bildungsniveau der Eltern sowie Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund von Benachteiligung und Ausschluss betroffen sind. Lichtenberg hat in seiner Konzeption zur Gemeinwesenentwicklung als ein Ziel formuliert, den Bezirk als qualitativ hochwertigen Bildungsstandort zu erhalten und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Wichtige Bausteine auf diesem Weg sind präventive Angebote für alle Familien des Bezirkes zu schaffen. Das präventive Förderprogramm richtet sich sowohl an deutsche Familien als auch an Familien mit Migrationshintergrund, die aufgrund ihrer Lebenssituation unter schwierigen Bedingungen Kinder großziehen.

Ein Drittel der Familien, die momentan am Programm Opstapje teilnehmen, haben einen Migrationshintergrund. 49% der teilnehmenden Eltern sind allein erziehende Mütter. 40% haben keinen Schulabschluss. Und von den 47 teilnehmenden Familien beziehen 35 Familien bei Programmbeginn ausschließlich staatliche Transferleistungen, das entspricht 74,5%.Der Kontakt zu den teilnehmenden Familien wurde zu einem Großteil über schon in das Programm aufgenommene Familien und über die Kinderärzte des Bezirkes hergestellt (50%). Die andere Hälfte der teilnehmenden Familien wurden über Aushänge in Einrichtungen freier Träger und über Einrichtungen des Bezirksamtes Lichtenberg akquiriert; es wurden Flyer in den Nachbarschaftszentren, bei Kiezfesten und auf Spielplätzen verteilt.